SICHERHEIT

PISTEN

Gesetzesbezüge
Die Pisten werden geregelt von:
  • Gesetz Nr. 263 vom 24.12.2003 "Sicherheitsvorschriften bei der Praxis der Wintersportarten Abfahrts- und Langlauf"
  • Regionalgesetz Aostatal Nr. 27 vom 15.11.2004 “Sicherheitsvorschriften für Gebiete, die für die Wintersportausübung bestimmt sind”
  • Regionalgesetz Nr. 9 vom 17. März 1992 (Sicherheitsvorschriften für den öffentlichen Betrieb von Skipisten)
  • Regionalgesetz Nr. 34 vom 15. Dezember 2000.

Abfahrtslauf und Snowboard

Ski und Snowboard sind Sportarten, die wie jede andere Sportdisziplin Gefahren mit sich bringen. Die Verhaltensregeln für Ski und Snowboard, die von der FIS vorgeschrieben sind und auf denen die oben aufgeführte Gesetze basieren, sind als Zusammenfassung des idealen Modells von gewissenhaften, vorsichtigen und aufmerksamen Skiläufern und Snowboardern zu betrachten. Diese sind verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten. Wenn durch die Nichtbeachtung dieser Regeln ein Unfall verursacht wird, muss der beteiligte Skiläufer oder Snowboarder für alle daraus entstehenden Folgen haften.

Der Dekalog des Skisportlers

Diese Verhaltensregeln sind von Gesetz Nr. 363 vom 24. Dezember 2003 vorgeschrieben und müssen von allen Benutzern der Skipisten beachtet werden, andernfalls drohen Konsequenzen zivil- und strafrechtlicher Art.
1. Rücksichtnahme auf die anderen.
Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er keine anderen Personen gefährdet oder Schäden verursacht.
2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise.
Jeder Skifahrer muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
3. Wahl der Fahrspur.
Der von hinten kommende Skifahrer, der die Richtung wählen kann, muss seine Fahrspur so wählen, dass er keine Kollisionsgefahr mit dem vor ihm fahrenden Skifahrer eingeht.
4. Überholen.
Überholt werden darf (wenn Platz und Sicht ausreichen) von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, dass der überholte Skifahrer nicht behindert wird.
5. Einfahren und Kreuzen.
Jeder Skifahrer, der in eine Abfahrt einfahren oder nach einem Halt wieder anfahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann; bei Kreuzungen muss er den von rechts kommenden Vorfahrt gewähren oder eventuell vorhandene Anweisungen beachten.
6. Anhalten.
Jeder Skifahrer muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein Halt muss am Pistenrand erfolgen. Ein gestürzter Skifahrer muss die Piste so schnell wie möglich freimachen.
7. Auf- oder Abstieg.
Ein Skifahrer, der im Notfall die Piste aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
8. Beachten der Zeichen.
Jeder Skifahrer muss die Markierung und die Beschilderung der Skipisten beachten, besonders die Helmpflicht für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren.
9. Hilfeleistung.
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer zur Hilfeleistung verpflichtet.
10. Ausweispflicht.
Jeder Skifahrer, ob Zeuge oder Beteiligter, muss bei einem Unfall seine Personalien angeben.

SEILBAHNEN

Gesetzesbezüge
Der Bereich des Seilbahnverkehrs wird vom Präsidialerlass DPR Nr. 753 vom 11.07.1980 und vom Regionalgesetz Aostatal RL Nr. 29 vom 01.09.1997 in der geltenden Fassung geregelt.

Vorschriften für die Fahrgäste
Die folgenden Anordnungen, die aus den Betriebsbestimmungen entnommen sind, haben das Ziel, die Sicherheit zu garantieren und den Betriebsablauf der Seilbahnen zu regeln.
1. Die Fahrgäste müssen die vorgeschriebene Fahrkarte vor Benutzung der Anlage erwerben. Die Reihenfolge beim Einstieg ergibt sich ausschließlich durch die Reihenfolge beim Eintritt in die Abfahrtstation.
2. Außer bei betrieblichen Erfordernissen ist es den Fahrgästen verboten, mit dem Dienstpersonal der Seilbahn zu sprechen.
3. Die Fahrgäste müssen die Anweisungen auf den entsprechenden Warnschildern in den Stationen und auf der Strecke beachten. Sie müssen die Vorschriften der zuständigen Behörden einhalten und alle besonderen Bestimmungen beachten, die zur Unfallvermeidung vom Dienstpersonal erteilt werden.
4. Von der Beförderung ausgeschlossen sind offensichtlich betrunkene Personen und Personen in anormalem psychophysischem Zustand.
5. Sessellifte: Die Beförderung von unbegleiteten Kindern im Sessellift ist nur zulässig, wenn sie mindestens 1,25 m groß sind. Kinder mit geringerer Körpergröße als 1,25 m müssen, um unbegleitet den Sessellift benutzen zu können, nachweisen, dass sie das 8. Lebensjahr vollendet haben. Bei Liften, deren Sessel so gestaltet sind, dass diese Kinder den Schließbalken nicht bequem absenken und anheben können, müssen diese Vorgänge vom Stationspersonal ausgeführt werden; dieses ist verpflichtet, ihnen den Ein- und Ausstieg besonders sorgfältig zu erleichtern.
6. Ausgeschlossen von der Beförderung sind Fahrgäste, die angesichts der herrschenden Wetterbedingungen nicht ausreichend geschützt sind.
7. Die Beförderung von Tieren in Sessel- und Schleppliften ist verboten. In den Fahrzeugen der Seil- und Kabinenbahnen ist sie nach Absprache mit dem Betriebsleiter und nur in dem Fall erlaubt, dass die Tiere mit Leine und Maulkorb ausgerüstet sind. Dies gilt nur für Zeitpunkte mit geringem Beförderungsaufkommen, so dass keine Störung oder Gefahr für andere Fahrgäste entsteht.
8. Bei der Abfahrt müssen sich die Fahrgäste in die Position bringen, die ihnen vom Personal angegeben wird; der Einstieg in die Fahrzeuge ohne Anwesenheit eines Mitarbeiters ist absolut verboten.
9. Auf der Strecke ist den Fahrgästen Folgendes verboten:
  • Jegliches Verursachen von Schwingungen der Fahrzeuge;
  • Einnehmen einer falschen Position in den Fahrzeugen;
  • Hinauslehnen oder Hinauswerfen von Gegenständen aus dem Fahrzeug;
  • Rauchen in den Fahrzeugen von Seil- und Kabinenbahnen;
  • Verschmutzung der Fahrzeuge von Seil- und Kabinenbahnen;
  • Öffnung der Schließ- und Sicherheitsvorrichtungen an den Fahrzeugen oder Betätigung der Sicherheitsvorrichtungen in den Fahrzeugen von Seil- und Kabinenbahnen;
  • Ein- oder Aussteigen aus den Fahrzeugen.
Den Fahrgästen von Schleppliften ist es verboten:
  • eine andere als die vorgesehene Spur zu verfolgen;
  • Drehungen oder Sprünge zu vollziehen;
  • sich während der Auffahrt an den Bügel zu hängen oder sich daraus zu lösen;
  • beim Abhängen den Bügel zur Seite oder in die Höhe zu werfen;
  • den Ausstiegsplatz zu überfahren;
  • die Auffahrtsspur zu überqueren;
Die Fahrgäste von Schleppliften müssen außerdem:
  • den Ausstiegsplatz in der Bergstation sofort nach dem Abhängen verlassen;
  • im Falle eines Sturzes den Bügel loslassen und die Auffahrtsspur sofort verlassen;
  • den Ein- und Ausstiegsplatz nur auf dem vorgesehenen Weg betreten und verlassen und Bereiche meiden, in denen die Seile eine geringere Bodenhöhe haben;
  • genau auf die Position achten, in der das Abhängen erfolgen muss.
10. Es ist den Fahrgästen absolut verboten, die Einstiegsplätze zu betreten, sich den fahrenden Fahrzeugen zu nähern oder gar einzusteigen, falls die Station nicht vom Dienstpersonal bewacht wird.
11. Falls es im Eventualfall wegen einer schweren Störung notwendig sein sollte, den Fahrgästen auf der Strecke zu Hilfe zu kommen, wird ihnen dies durch die Lautsprecher mitgeteilt. Die Fahrgäste müssen die normale Position in den Fahrzeugen bewahren, während sie auf das zuständige Hilfspersonal warten.
12. Fahrgäste, die die Anordnungen aus den vorangegangenen Artikeln nicht beachten, müssen für eventuelle Schäden an der Anlage, an anderen Fahrgästen oder Dritten haften.
13. Ein Fahrgast, der mit dem Beförderungssystem der Anlage keine Erfahrung hat, muss das Personal darauf hinweisen und die entsprechenden Anweisungen erbitten. Auf besondere Anfrage wird das Personal die Geschwindigkeit der Anlage verlangsamen oder sie anhalten, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.
14. Eventuelle Reklamationen der Fahrgäste in Bezug auf den Betrieb sind an folgende Adresse zu senden:
Regione Autonoma Valle d'Aosta – Assessorato Turismo, Sport, Commercio e Trasporti - Direzione Trasporti – Servizio Infrastrutture Funiviarie e Piste da Sci - Località Grand Chemin, 34 – 11020 Saint Christophe (AO).
Dabei ist die genaue Anschrift des Absenders anzugeben, andernfalls wird das Schreiben als anonym betrachtet und nicht bearbeitet.
15. Die Vorschriften für Fahrgäste laut dem vorliegenden Abschnitt VII müssen der Öffentlichkeit mit entsprechenden Tafeln zur Kenntnis gebracht werden.
16. Wenn die Vorschriften, deren Nichtbeachtung die Unversehrtheit der anderen Fahrgäste ernsthaft bedrohen oder Schäden an den Anlagen verursachen kann, der Öffentlichkeit mit entsprechenden Aushängen durch den Betreiber sowohl an den Stationen als auch auf der Strecke bekannt gemacht wurden, werden Übertreter vom verantwortlichen Betriebspersonal an die Justizbehörden überwiesen, sofern der Tatbestand eine der Straftathypothesen laut Art. 432 und 650 Codice Penale (ital. Strafgesetzbuch) darstellt. Bei weniger schweren Übertretungen werden die Übertreter im Sinne von Absatz II und insbesondere von Art. 18 DPR 753/80 verfolgt. Für die Ermittlungen der Ordnungswidrigkeiten sind die Beamten, Vertreter und Amtswalter laut Art. 71 des genannten DPR 753/80 und laut Regionalgesetz LR 29/1997 zuständig.

HOCHGEBIRGE

Für den Besuch von Hochgebirgsorten sowie isolierten oder unwegsamen Gebieten muss man, wie bei allen anderen Sportarten, über die Gefahren informiert sein. Die von der FIS vorgeschriebenen Verhaltensregeln für Ski und Snowboard, auf die im Folgenden verwiesen wird, sind als Zusammenfassung des idealen Verhaltensmodells für gewissenhafte, vorsichtige und aufmerksame Skiläufer und Snowboarder zu betrachten. Diese sind verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten. Wenn durch die Nichtbeachtung dieser Regeln ein Unfall verursacht wird, muss der beteiligte Skiläufer oder Snowboarder für alle daraus entstehenden Folgen haften.

Regeln für das Hochgebirge
Im Hochgebirge gelten folgende Vorschriften:
  • Die für Publikum geöffneten Skipisten und die gespurten Wege sind zu beachten.
  • Bei Lawinengefahr die Skipisten nicht verlassen.
  • Bei einem Verlassen der angemessen gekennzeichneten Skipisten die Ausrüstung für Tourenski verwenden und außerhalb der Piste auf Gletscher-/Felsspalten achten.
  • Die Haut mit Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen.
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen.
  • Für die Temperaturen geeignete Kleidung einschließlich Handschuhe und Mütze tragen. Bedenken, dass die Temperatur auch stark unter den Nullpunkt sinken kann.
  • Auf die Wettervorhersage achten und bedenken, dass die Wetterbedingungen sich sehr schnell ändern können.